Du bist genau zur rechten Zeit in meine Welt getreten;
ganz sachte, unaufdringlich überquertest du den Rand.
Ich hatte mir vom Schicksal Lust & Zärtlichkeit erbeten,
stattdessen sprachen wir von Herz zu Herz und mit Verstand.
Und da in dem Gespräch war so viel Offenheit, Vertrauen,
ein weites Themen-, das doch gänzlich ohne Minenfeld,
wir beide - voller Neugier, voller Achtsamkeit im Schauen,
im scheuen, kurzen Blick in eine fremde, wilde Welt.
Die Zeit verflog kometengleich; ein letztes Mal im Gehen
die Arme, Wärme tankend, um ein neues Herz gelegt;
beseelt vom Wunsch, sich tiefer, inniglicher anzusehen,
sich zu erkennen als der Puls, der beider Welt bewegt.
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Ein neuer Abend führte uns erneut in gleiche Zonen.
Wir setzten uns im Abendhauch auf eine Bank am Platz,
besprachen Zweifel, Sorgen, die in beiden von uns wohnen
und überwanden Räume Schritt für Schritt und Satz für Satz.
Ein langer Flur, am Ende Licht, ein so ersehntes Strahlen,
jedoch - so wollen wir es halten - besser nicht in Hast.
Wir wollen Strich für Strich ein Bild der Lebensträume malen,
gemeinsam, prüfend, tastend, so, dass es uns beide fasst.
Ein neuer Morgen kam, wir traten wiederum zusammen
und dann zu einen Gang, zum ersten Male Hand in Hand.
Wir loteten den Seelenteich, wir sprangen und wir schwammen
in unbekanntem Wasser, als ein Mund den andern fand.
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Dem Nass der Haut entband sich eine angenehme Kühle,
die in die Nacht zerrann, uns enger aneinander trug,
und gleichsam ineinander flossen unsere Gefühle,
vereinten sich als ob zu einem tiefen Atemzug.
Und wieder war ich Kind, mit offnem Mund und weiten Augen,
du Sehnsuchts-, Heilungsort, Begleiter(-)in der Zwischenwelt.
In meinem Wunsch, dein wundervolles Wesen einzusaugen,
hab ich mich selbst zum Omega und Alpha einbestellt.
Ich bin voll Zuversicht, will weiter in die Liebe spüren;
mit staunendem Begreifen sei und bleibe dieser Weg.
Ich will dich - Seele, Geist und Körper - ungeahnt berühren,
der ich den Schlüssel meines Wesens in die Hände leg.
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Wir sind bereits ein Vierteljahr auf gleichem Weg geschritten,
gewinnen Boden, blicken in des andern Angesicht
in liebevolles Strahlen beider Augen. Unbestritten
sind Zeiten, die wir teilen, voller Zärtlichkeit und Licht.
Doch auch, wenn bald des Lebens Schneegestöber niederwüten,
sich Seelenklüfte öffnen sollten, würde mir nicht bang,
denn so, wie wir uns halten - innig, sorgsam -, uns behüten,
sag ich zur Frage nach der Zukunft unser: möglichst lang!
Die Basis liegt, wir ziehen Stein auf Stein die ersten Mauern,
des Bollwerks gegen Widrigkeiten, das für bald ein Heim
und Garten stellen soll; der Grund trägt wohl, der Mut mag dauern;
Vertrauen ist gepflanzt, die Hoffnung sprießt aus starkem Keim.
"Allgemeine Reime", "Heiter bis Wolkig"