Trilogie eines alten Knackers


I. Frühlingsgefühle

Bezaubernd lächelst du mich an.
Es scheint fast so, als schwärmtest du.
Es wirkt fast so, als wärmtest du
dein Herz für diesen alten Mann.

Berauschend wirkt auf den Verstand
dein Blick. Die Glut befeuerst du.
Mit deinem Lachen steuerst du
den alten Mann in deiner Hand.

Mit deinen nicht mal zwanzig Lenzen
lässt du ihn zum Kind mutieren,
das, als würd es pubertieren,
keinen Halt kennt, keine Grenzen.

II. Leidenschaft

So ungezügelt starre ich dich an
und wieder lachst du, wirfst den Kopf zurück.
Ich kann nicht anders, mag so gern ein Stück
des Halses, der sich offen bietet an,

liebkosen, küssend, knabbernd und unend-
lich zärtlich, liebevoll-beglückt berührn.
Was würd ich geben, dürft ich dich verführn,
doch keiner von uns spricht es aus, verständ-

lich, denkt man dran, dass wir uns doch erst kennen-
gelernt und wiederum verlassen haben.
Du reist nun weiter, machst dich schon vom Acker.

Nur eine Nacht, um meinen Durst zu laben,
die wünscht ich mir und würde zu dir rennen,
doch reizt dich kein verknallter alter Knacker.

III. Geborgenheit

Für unser beider Leben sind wir vorherbestimmt.
Ich bin so froh, dass sie mich in ihre Arme nimmt
und lässt mich auch mal spinnen, in jugendlichem Wahn.
Sie steuert ihn, ich rudre den ehelichen Kahn.

In ihrer Güte gründet die Kraft auf diesem Schiff.
Wir fürchten nicht Piraten, noch Strudel, Sturm und Riff.

Bewundre ich Sirenen, hält sie die Launen aus,
hält mich mit Seil umschlungen und weiß, ich komm nach Haus.
Das Boot, es braucht vier Hände, sonst kann es nimmer gehn.
Wir halten fest zusammen, solang wir uns verstehn.

Das Gedicht findet sich in folgenden Kategorien:
"Heiter bis Wolkig", "Sonstige Zyklen"

Das Gedicht findet sich in folgenden Büchern:
"Stachels Festungspostille I"