Ofenklappe



Öffne dich und zeige deinen roten Schlund.
Lass den glut'gen Atem uns noch einmal spüren.
Klappe knirschend auf, reib unsre Seelen wund.
Lass uns von Vergangenheit nochmal berühren.

Pause hast du nun, dein Zweck ist lang erfüllt,
so wie der von mancher Hand, die dich bewegte.
Du bleibst, statt in Rauch, in Staub und Rost gehüllt;
Patina, die ehrfurchtsvoll sich um dich legte.


Bild: Ofenklappe - Öl auf Leinwand, Hans-Jürgen Höllein

Erläuterung zum Gedicht:

Die langen Zeilen mit ihren jeweils sechs Hebungen reichen symbolisch zurück in die Vergangenheit und lassen altes Fühlen erneut aufwallen. Der Kreuzreim verbindet dabei die Sehnsucht nach einer geschäftigeren Zeit mit dem ruhenden und ruhmreichen Heute.